Industrie 4.0 in der Praxis

In der vergangenen Woche hat die Duale Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) zum dritten Mal ihre Praxispartner zu einer Vorstellung aktueller Entwicklungsprojekte auf den Campus eingeladen. Mit Workshops wie diesen bekommen Industrieunternehmen eine Plattform zum Austausch. Darüber hinaus werden anstehende Herausforderungen in den Firmen ermittelt und können durch die Gestaltung von Forschung und Lehre entsprechend berücksichtigt werden.

Für die Vorbereitung war der Studienbereich Technik am Standort Gera zuständig, der mit dem Studiengang Elektrotechnik/Automatisierungstechnik und den IT-Studiengängen wesentliche Ausbildungsinhalte für die Umsetzung von Industrie 4.0 vermittelt.

Das Programm beinhaltete Impulsvorträge von Referenten bekannter Unternehmen, wie zum Beispiel BMW Group, Deckel Maho und Siemens. Thematisiert wurde unter anderem, dass Industrie 4.0 nicht nur technische Aspekte berücksichtigt, sondern auch, wie man Mitarbeiter in den Prozess von der Ideenentwicklung bis hin zur Anwendung integriert. Erläutert wurde zudem, dass die Arbeit mit neuen Technologien bereits in der Berufsausbildung beginnt und Auszubildende bei Deckel Maho mit einem Software-Baukasten die Möglichkeit erhalten, eigenständig Apps zu entwickeln. Vorgestellt wurden auch Versuchsergebnisse eines fahrerlosen Transportsystems der Firma voestalpine in Schmölln.

Dass Entwicklungsprojekte auch integraler Bestandteil von studentischen Arbeiten sind, erläuterten zwei Absolventen im Kontext ihrer Abschlussarbeiten. Zum einen wurde die Planung und Realisierung eines autarken Condition Monitoring Systems vorgestellt, zum anderen wurde präsentiert, wie sich der Begriff „Digitaler Zwilling“ in der Praxis eindrucksvoll anwenden lässt.

Aufgrund fehlender Erfahrungen und eigener Kompetenzen stellt die Anwendung von modernen Verfahren der Informationsverarbeitung viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Um diese Prozesse zu unterstützen, wurde das Thüringer Zentrum für lernende Systeme und Robotik (TZLR) gegründet, das von Dr. Stephan Hagedorn vorgestellt wurde. Der große Handlungsbedarf im Kontext der Digitalisierung zeigte sich hautnah auch im Verlauf des Workshops, denn „durch eine längere technische Störung vom Plattformbetreiber konnten die online zugeschalteten Teilnehmer den Workshop nicht bis zum Ende verfolgen“, erklärte Studienrichtungsleiter Professor Dr. Mario Koch.

Des Weiteren erhielt im Rahmen des Workshops der langjährige Technik-Professor Reinhardt Liebold eine Würdigung für seine engagierte, fachlich fundierte und praxisorientierte Lehre. Vor dem Hintergrund des positiven Feedbacks aller Teilnehmer bei dieser Veranstaltung wird die Praxisreihe im kommenden Jahr am Standort in Eisenach fortgesetzt.